Wacholder – die Heil- und Gewürzpflanze aus dem heimischen Garten

Wacholder – die Heil- und Gewürzpflanze aus dem heimischen Garten

Denkt man Wachholder, denkt man unweigerlich an Gin. Doch dass diese Pflanze bereits im Mittelalter für viele verschiedenen Anwendungszwecke Verwendung gefunden hat, wissen jedoch die wenigsten.

Die Wacholderpflanze

Der Wacholder, im lateinischen Juniperus, gehört zu der Familie der Zypressengewächse. Der bekannte und auch ungiftige „gemeine Wacholder“ ist im mitteleuropäischen Raum heimisch und ist oft als Strauchgewächs oder „immergrüner Baum“ zu finden.

Auch wenn der Wacholder ein sehr anpassungsfähiges Gewächs ist, gedeiht er besonders gut auf durchlässigem, auch kalkhaltigem Boden. Er kommt mit Hitze und Trockenheit zurecht und liebt die Sonneneinstrahlung. Schattige Plätze mag er nicht so. Darauf sollte man achten, wenn man sich einen Wacholderstrauch in den Garten setzen möchte.

Wuchs und Pflege des Wacholders

Je nach Art des Wacholders kann die Wuchsform variieren. Hier zu Lande ist er Wacholderstrauch mit seiner ausladenden Form am verbreiteten.

Als Formgehölz kann die Pflanze gut durch einen Schnitt in Form gebracht werden. Dies kann durchaus ganzjährig passieren, wobei das Frühjahr und der Herbst hier bevorzugt werden sollten.

Als winterhartes Gewächs benötigt der Wacholderstrauch keinen Schutz in der kalten Jahreszeit.

Damit der Wacholder Beeren tragen kann – männliche und weibliche Pflanzen

Der Wacholder gehört zu den „zweihäusigen“ Gewächsen, das heißt, dass eine männliche und mindestens eine weibliche Pflanze vorhanden sein muss, wenn sie Beeren ernten möchten.

Allerdings kann es bis zu 7 Jahre dauern bevor die weibliche Pflanze das erste Mal Blüten bildet und dann noch einmal 2 weitere Jahre bis sie die ersten Beeren tragen.

Die Wacholderbeere – die Beere, die keine Beere ist

Streng genommen und aus botanischer Sicht ist die Beere des „gemeinen Wacholders“ keine Beere.

Genau genommen sind die Beeren eigentlich Fruchtzapfen mit Schuppenblättern. In den zwei Jahren, so lange dauert die Reifung der Früchte, legen sich diese Blätter immer enger und fester um die Samenkörner und bilden dadurch im Laufe der Zeit die runde Form einer Beere.

Vorsicht bei der Wahl des Wacholders – die meisten sind giftig

Die meisten Wacholderarten sind giftig und der Verzehr von Beeren kann Übelkeit und Magenschmerzen verursachen. Grund hierfür die enthaltenen ätherischen Öle.

Nur die Früchte des „gemeinen Wacholder“ sind unbedenklich zum Verzehr oder der Weiterverarbeitung geeignet.

Verwendung von Wacholder – schon Hildegard von Bingen wusste sie zu schätzen

Als altbekannte Heilpflanze hat sich schon die Ordensfrau Hildegard von Bingen die Eigenschaften des Wacholders zu Nutzen gemacht. Teeaufgüsse gegen Bauchschmerzen, Verdauungsproblemen, Übelkeit und Erbrechen wurden eingesetzt, um die entsprechenden Leiden zu mindern.

Aber auch für Räucherungen wurde die Wacholderpflanze in „grauer Vorzeit“ verwendet. Dämonen, Hexen und auch Krankheiten sollten so ausgetrieben werden.

Der Geschmack der Wacholderbeere – Verwendung in der Küche

Mit seinem pfeffrigen und eleganten Geschmack ist der die Wacholderbeere vollmundig und ähnelt im Geschmack dem rosa Pfeffer. Ihr Geruch erinnert durchaus an einen harzigen Nadelwald.

Heutzutage sind die Wacholderbeeren ein fester Bestandteil im Gewürzregal. Sie entfalten ihren Geschmack besonders in Wild- und Bratengerichten, geben Sauerkraut und Eintopfgerichten eine feine Note und können auch in Marianden zur Anwendung kommen.

Die Wacholderbeere in der Getränkeherstellung – Genever, Gin und Co.

Neben ihrer Bedeutung in der Heilkunde und der Küche hat sich die Wacholderbeere einen Platz in der Herstellung alkoholischer Getränke gesichert.

Als „Ur-Vater“ des Gin bezeichnet man den „Genever“ bzw. „Jenever“ mit seinem Ursprung in den Niederlanden oder auch Belgien. Mit seinen 35%Vol zählt er in diesen Ländern fast als „Nationalgetränk“.

Aber auch in anderen Kräuterschnäpsen ist der Anteil an Wacholderbeeren geschmacklich auszumachen.

Gin – Das Ziel einer jeden Wacholderbeere

Würde man eine Wacholderbeere fragen, was sie später einmal werden möchte, dann würde sich sicherlich nur eine Antwort geben. Gin!

Allgemein bekannt als Lieblingsgetränk der erst kürzlich verstorbenen Queen Elizabeth II. von England und auch ihrer Mutter, der Queen Mum, ist Gin ist voll im Trend und erobert sich die Barkultur der 1940er Jahre zurück.

Schriftsteller und der Gin – Das Getränk das Geist und Körper belebt

Hemingway, Scott Fitzgerald und Philip Larkin haben zu einem guten Gin nicht „nein“ gesagt. Ob als trockenen Martini zubereitet oder als Cocktail. Autoren und Schriftsteller waren und sind es noch heute dem Gin so zugetan, dass er in vielen Büchern und Meisterwerken lobend erwähnt wird.

Den Satz „geschüttelt, nicht gerührt“ bedarf keiner weiteren Beschreibung. In jedem James Bond Film wird dieser Satz doch mindestens einmal geäußert. Der Martini, den der bekannteste Geheimagent der Welt besteht aus Gin, Wermut, Eis und Zitronenschale.

Gin das Genussmittel für den besonderen Anlass – mit Freunden schmeckt er am besten

Im Kreise seiner Liebsten und seiner engsten Freunde gemütlich einen gelungen Abend mit einem hervorragenden Gin ausklingen lassen gehört nicht nur zum guten Ton, sondern zeugt auch von Stil, wenn dieses königliche Getränk in den passenden Gläsern serviert wird.

Gin wird nicht einfach getrunken, Gin wird zelebriert.

Er ist wohltuend nach einem ausgiebigen Essen, wärmt an kalten Tagen und erfrischt als Cocktail im Sommer.

Gin kaufen ist im lokalen Spirituosenhandel möglich.

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